FAQ – Corona-Auswirkungen beim DALARNA

Stand: 09. Juni 2020

Auszug aus den FAQ’s zum Umgang mit dem Corona-Virus des Landessportverbandes

Sonderkündigungsrecht und Beitragspflicht der Vereinsmitglieder
„Viele sehen sich mit der Fragestellung konfrontiert, ob Vereinsmitglieder aufgrund der aktuellen Lage Anspruch auf Erstattung gezahlter Mitgliedsbeiträge oder auf Reduzierung des Beitrages für den Zeitraum haben, in dem kein Angebot vorgehalten wird und ob ein Sonderkündigungsrecht greift.
Mitglieder haben in diesem Zusammenhang keinen Anspruch auf Erstattung des Beitrages. Ebenso entsteht aus dieser Situation auch kein Sonderkündigungsrecht. In der Regel ist der Mitgliedsbeitrag nicht an konkrete Sportnutzungen gebunden, sondern ist, wie der Name schon sagt ein „Beitrag für die Mitgliedschaft“. Als Mitglied ist man kein Kunde, sondern Teil des Vereins. Der Beitrag stellt nach den vereinsrechtlichen Grundsätzen kein Entgelt für die Leistungen des Vereins dar, sondern ist die satzungsmäßige Verpflichtung der Mitglieder, damit der Zweck des Vereins verwirklicht werden kann. Insofern gilt auch nicht der bereits angesprochene Grundsatz, dass bei Wegfall der Leistung auch die Pflicht zur Gegenleistung entfällt. Das gilt grundsätzlich auch für Sparten-Mitgliedschaften sowie die dortigen Beiträge. 
Der zu zahlende Beitrag dient insbesondere dazu, die laufenden Kosten des Vereinsbetriebs zu decken. In der Regel sind die Beiträge bereits im Sinne der Mitglieder knapp kalkuliert und berücksichtigen Kosten, die ganzjährig anfallen wie zum Beispiel Verbandsabgaben und Versicherungsbeiträge. Insofern dürfte es nicht gerechtfertigt sein, den Beitrag zu mindern. Dieselben Argumente dürften für die Beantwortung der Frage nach einem Sonderkündigungsrecht herangezogen werden können. Mit der Mitgliedschaft im Verein soll grundsätzlich eine langfristige Verwirklichung des Vereinszwecks verfolgt werden. Die Einstellung des Sportbetriebs für einen zunächst überschaubaren Zeitraum dürfte danach grundsätzlich noch nicht dazu führen, ein Sonderkündigungsrecht anzunehmen.“

Die besondere Notwendigkeit der fortlaufenden Beitragszahlung ergibt sich für uns auch aus der Tatsache heraus, dass wir nicht einfach unsere Tiere – wie vielleicht einen Fuß- oder Handball – in die Ecke legen können, sondern wir weiterhin für die Unterhaltung sorgen müssen. Futter, Tierarzt, Schmied. Personal für die Stall- und Ausgleichsarbeit, etc. pp..  Pacht und alle anderen festen Ausgaben laufen ebenfalls fort.

Für eine notwendige finanzielle Stabilisierung unseres Vereins haben wir die Gewährung einer Überbrückungshilfe aus dem Soforthilfeprogramm des Landes Schleswig-Holstein beantragt und glücklicherweise erhalten.

Zudem wurden für angestellte Mitarbeiter, deren gesamtes Tätigkeitsfeld nicht mehr ausführbar ist, Kurzarbeit beantragt und mit der Wiederaufnahme der ursprünglichen Tätigkeiten anteilig beendet.

Die Übungsleiter und Therapeuten der Osterferienangebote waren mit einem Lohnausfall konfrontiert.

 

Unsere regulären laufenden Kosten berechnen sich durchschnittlich pro Monat etwa aus:

  • Personalkosten: 14.500€ (inkl. Helfer, Assistenten, Übungsleiter u. Reitlehrer, Therapeuten, Stallmitarbeitern)
  • Futtermittel: 2.000€ (im Winterhalbjahr, so lange die Pferde noch nachts drin sind (also jetzt auch noch) sind die Kosten höher (mehr Raufutter notwendig); die 2000€ sind der Jahresdurchschnitt)
  • Pacht u. Koppelnutzung: 850€
  • Tierarzt: 600€ (anteilig inkl. Medikamenten)
  • Schmied: 500€
  • Ausgaben f. Pferdezubehör, anfallende Reperaturen und notwendige Instandhaltung auf dem Hof: 1050€
  • Energie u. Wasserversorgung: 300€
  • notwendige Beiträge für Dachverbände: 210€
  • Versicherungen, Berufsgenossenschaft: 590€
  • Darlehen Barrierefreier Stallbau: 800€
  • sonstige Ausgaben (Telefon, Büroausstattung, Putzmittel, usw.): 300€

Exkl. Investitionen oder z.B. Pferdekauf.

Verlust in der Zeit von Mitte März – Mitte Mai 2020

  • Ausfall der Osterferien-Angebote: 6095€

Monatlich zudem:

  • Wegfall wöchentlicher therapeutischer Angebote für externe Träger: 1500€ (monatlich)
  • Fehlende Nachbesetzung freigewordener Plätze (Reitunterricht und Therapie): 800€ (monatlich)

DALARNA hat ausschließlich vereinseigene Pferde und der satzungsgemäße Vereinszweck ist der Sport. Durch den  Erlass von Allgemeinverfügungen zum Verbot und zur Beschränkung
von Kontakten in besonderen öffentlichen Bereichen”
der am Samstag den 14.3.2020 von der schleswig-holsteinischen Landesregierung ausgegeben wurde, heißt es in Absatz 9: Folgende Einrichtungen und Angebote sind zu schließen bzw. einzustellen…. Zusammenkünfte in Sportvereinen, sonstige Sport- und Freizeiteinrichtungen, sowie Spielhallen…

Zitat nach: https://www.schleswig-holstein.de/DE/Schwerpunkte/Coronavirus/FAQ/Dossier/Sport.html

Einzel-Unterrichte im Freien sind erlaubt, sofern sie keinen nahen körperlichen Kontakt erfordern und sie keine Nutzung/Öffnung von gemäß § 6 Abs. 3 SARS-CoV-2-BekämpfV geschlossen zu haltenden Einrichtungen (Sportanlagen, Angebote von Freizeitaktivitäten wie z. B. Golfanlagen, Reitplätze usw.) erfordern/zur Folge haben.

Ausnahme: Für das therapeutische Reiten im Einzel-Unterricht im Freien darf die Reitanlage ausnahmsweise genutzt werden, da es sich um eine medizinisch erforderliche Leistung handelt. Ebenso darf Einzel-Unterricht in Form eines Ausritts mit 2 Pferden außerhalb der Einrichtung erfolgen. Die dazu erforderliche Vor- und Nachbereitung auf der Anlage durch die Reitschülerin oder den Reitschüler selbst ist unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen sowie Abstandregeln zu anderen Personen erlaubt.

Viele Tätigkeiten müssen bei uns aufrechterhalten werden: die Pferde müssen weiterhin versorgt werden, die Boxen gemistet, der tägliche Weidegang gewährleistet und die artgerechte Auslastung der Pferde muss sichergestellt werden.

So bemüht sich ein kleiner Mitarbeiterkreis unter strenger Einhaltung der Hygiene- und Umgangsmaßnahmen darum, dass unsere Tiere nicht unter dieser Ausnahmesituation leiden müssen.

Mit dem 09. Mai dürfen weitere Mitarbeiter des Vereins das Gelände für die Zeit ihrer Unterrichts- und Therapieeinheiten betreten.

Für Pferde ist eine gleichmäßige und sich nicht plötzlich ändernde tägliche Bewegung überlebensnotwendig.

Unsere Ponies und Pferde werden im regulären Vereinsalltag sehr gleichmäßig in den verschiedenen Bereichen eingesetzt. So kommt es weder zu einer Überlastung,  noch zu einer Unterforderung.

Dabei achten wir schon immer auf eine vielseitige Auslastung unserer Pferde und Ponies: bspw. Reiten (drinnen und draußen), leichte Springgymnastik, Boden- und Handarbeit, Voltigier- und Longiereinheiten.

Nur so können wir sicherstellen, dass wir unsere Pferde vor ernsthaften gesundheitlichen Risiken schützen, die durch den plötzlichen Wegfall der täglichen Bewegung auftreten könnten (bspw. Kreuzverschlag/ Lumbago oder Koliken). Darüber hinaus müssen wir dafür Sorge tragen, dass Muskulatur als auch Kondition unserer vierbeinigen Mitarbeiter erhalten bleiben, sowie unsere “DALARNA-Umgangsformen”.

Die gymnastizierende Arbeit ist gerade jetzt besonders wichtig, da wir versuchen müssen, unsere Pferde in einem gesundheitlichen und sozialen Zustand zu erhalten, der einen reibungslosen Einsatz nach Beendigung der Beschränkungen ermöglicht (Pferde können dies nicht in einem ausreichendem Maße selbständig auf der Koppel erledigen). Darüber hinaus sind einige unsere Pferde und Ponies aus gesundheitlichen, ausbildungs- oder alterbedingten Gründen im zusätzlichen Maße auf regelmäßige Gymnastizierung und Training
angewiesen.

Diese Aufgabe wurde und wird weiterhin von einem kleinen Mitarbeiterkreis unter der gewissenhaften Einhaltung der geltenden Hygienemaßnahmen und Umgangsbeschräkungen ausgeführt.

Im Vordergrund aller Überlegungen und Maßnahmen steht, dass wir nur unbedingt notwendige Kontakte und Schnittstellen zur Welt außerhalb des Vereinsgeländes aufrecht erhalten können, – um den Virus nicht zu verbreiten und unsere Mitarbeiter, ob 2 oder 4 beinig, zu schützen: Damit wir alle gesetzlichen Vorgaben erfüllen, diese auch nachvollziehbar darstellen können und damit unserer Verantwortung als Vereinsvorstand gerecht werden.

Von daher hat weiterhin nur eine sehr kleine Anzahl an Mitarbeitern Zugang zum Hof und wir bitten alle Mitglieder und Mitarbeiter darum, auf Besuche (abgesehen von der eigenen Reit-/ Therapiezeit) bei uns zu verzichten.

Wir geben uns viel Mühe, euch trotzdem Eindrücke aus dem Tagesgeschehen bei uns zu ermöglichen: durch Artikel auf unserer Homepage, Facebook und Instagram.

Unsere Dachverbände setzten sich sehr stark für eine Öffnung bzw. Maßnahmenlockerung für Sportvereine ein. Anfang Mai haben alle Mitglieder per E-Mail Informationen zur Wiederaufnahme unseres Vereinsbetriebs erhalten.

Durch die zeitliche Entzerrung der Einheiten und eine Aufteilung der anwesenden Personen ist uns eine schrittweise Wiederaufnahme ermöglicht worden.

 

Gespannt haben wir die neuen Verordnungen und Lockerungen am Wochenende 06./07. Juni ’20 verfolgt und bemühen uns zur Zeit sehr, eine Rückkehr zu unserem normalen Tagesablauf noch vor den Sommerferien zu ermöglichen.

Alle Mitglieder und Klienten werden über die aktuelle Umsetzung mit einer E-Mail informiert werden.

Über die Sommerferien werden wir die gesetzliche Vorgaben und Regelungen für den Sport weiterhin verfolgen und uns mit unseren Angeboten der dynamischen Entwicklung anpassen.

Melde dich gern bei uns!